Wie die aktuelle politische Debatte zeigt, ist das große Thema Pflege angesichts der demografischen Entwicklung noch lange nicht abschließend behandelt.

Insbesondere die weitere Anhebung der Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung für Kinderlose ist Mittelpunkt kontroverser Diskussionen.

Wie Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, gegenüber der "Berliner Zeitung" äußerte, könnte auch eine weitere Anhebung des Pflegeversicherungsbeitrages für Kinderlose eine Möglichkeit darstellen, mit diesen zusätzlichen Einnahmen größere Rücklagen für den steigenden Bedarf zu bilden. Für diese Personengruppe ist ohnehin zum 1.1.2015 eine Beitragssteigerung zur gesetzlichen Pflegeversicherung um 0,3 Prozentpunkte geplant, so dass Hilde Mattheis von der SPD bereits ihren Widerspruch gegen weitere Anpassungen formuliert hat. Diese wären im Koalitionsvertrag so nicht vorgesehen, hier ist lediglich ein weiterer Zuschlag um 0,2 Prozentpunkte für die Berücksichtigung der Alzheimer-Erkrankungen zu einem späteren Zeitpunkt eingeplant.

Hintergrund der sich anbahnenden Debatte in der großen Koalition ist die zu erwartende Zunahme der Pflegefälle. Die Prognose aus Expertenkreisen sieht demnach im Jahr 2015 rund 3,4 Millionen Menschen in der Situation, Leistungen aus der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen zu müssen. Im Vergleich zum heutigen Stand müssten dann rund eine Million Bedürftige mehr versorgt werden. Gleichzeitig kann die staatliche geförderte Pflege-Bahr-Versicherung nur begrenzt diese Versorgungslücke füllen, auch wenn bereits rund 400.000 Verträge abgeschlossen wurden. Die Leistungen sind zum einen begrenzt, zum anderen dürfte sich das aktuelle Beitragsniveau nicht halten lassen. Die privaten Versicherer unterliegen nämlich einem Kontrahierungszwang, der eine risikogerechte Tarifierung entsprechend der gesundheitlichen Gegebenheiten nicht zulässt. Sobald also die Leistungsfälle Zahlungen erforderlich machen, müssen die Kalkulationen überprüft werden

Wie die Generali Altersstudie offenbarte wohnt mehr als jeder Zweite Rentner (65-bis 85-Jährigen) in einer eigenen Immobilie. Die Studie belegt außerdem, dass Altenheime bei den Senioren nicht mehr so gefragt sind. Sollte man einmal nicht mehr allein leben können, wird von einer Mehrheit von 59% (Mehrfachnennungen möglich) die eigene Wohnung in Kombination mit einem Pflegedienst bevorzugt.

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